Die Suche nach Gabriele von Arnim erster Ehemann führt zu einem einzigen, gut dokumentierten Namen: Martin Schulze, ehemaliger ARD-Chefredakteur und einer der bekanntesten Fernsehjournalisten der westdeutschen Bundesrepublik. Nach allen öffentlich zugänglichen Quellen – Nachrufen, Interviews und Buchrezensionen – war er der einzige Ehemann von Gabriele von Arnim. Hinweise auf eine frühere Ehe vor Martin Schulze finden sich in keiner dieser Quellen. Wer also nach ihrem „ersten” Ehemann sucht, meint in der Praxis ihn: den Mann, mit dem sie 30 Jahre verheiratet war und den sie in den letzten zehn Jahren seines Lebens zu Hause pflegte.
Dieser Artikel fasst alles zusammen, was zu Gabriele von Arnim erster Ehemann bekannt ist – seine Karriere, die gemeinsame Ehe, den dramatischen Wendepunkt 2004, die Pflegejahre und das Leben danach.
Wer war Martin Schulze?
Martin Schulze, geboren 1937, gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands. Seine journalistische Laufbahn umfasste mehrere Stationen:
- ARD-Korrespondent in Brüssel
- Moderator von „Bericht aus Bonn”, einer Sendung, die zum Pflichtprogramm der politischen Klasse der Bundesrepublik gehörte
- Chefredakteur der ARD
- Nach seiner Pensionierung 1999: Moderator mehrerer Gesprächssendungen auf dem Nachrichtensender Phoenix
Auf Dienstreisen führte ihn seine Arbeit auch nach Afrika und Mittelamerika, wovon er laut taz-Nachruf gerne erzählte (Quelle: taz.de, Nachruf von Bettina Gaus, 24.3.2014).
Die berühmte „Wer ist Herr Schulze?”-Anekdote: 1987 moderierte Schulze eine „Elefantenrunde” nach der Bundestagswahl. Der stark angetrunkene bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß erschien verspätet und reagierte auf eine Frage von Schulze mit der legendären Gegenfrage „Wer ist Herr Schulze?” – zum schallenden Gelächter aller Anwesenden, einschließlich seiner eigenen Entourage, da natürlich jeder wusste, wer Martin Schulze war (Quelle: taz.de).
Gabriele von Arnim: Kurzporträt
Um die Beziehung einzuordnen, lohnt ein Blick auf Gabriele von Arnim selbst:
- Geboren 1946 in Hamburg
- Studierte Soziologie und Politikwissenschaft, promovierte
- Lebte rund zehn Jahre (1973–1983) als freie Journalistin in New York
- Schrieb später u. a. für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, BR und WDR
- Moderierte für arte, SDR/SWR und Schweizer Fernsehen (SF)
- Wuchs nach eigener Aussage in einer emotional kühlen, disziplinierten Familie auf; eine Hüfterkrankung im Kindesalter hielt sie fast anderthalb Jahre ans Bett gefesselt (Quelle: chrismon.de, Interview mit Dirk von Nayhauß)
- Hat eine Tochter und lebt in Berlin
Die Ehe: 1984 bis 2014
Gabriele von Arnim und Martin Schulze heirateten 1984. Die Ehe hielt 30 Jahre, bis zu seinem Tod im März 2014 im Alter von 76 Jahren (Quelle: Leben-jetzt.eu, Interview, 20.9.2021; taz.de-Interview „Kein Zuckerbäckerwerk”).
Was sie verband, beschreibt von Arnim selbst als seinen Humor, seine Intelligenz und seinen wachen, ungeduldigen Verstand – Eigenschaften, die auch nach seiner schweren Erkrankung erhalten blieben. Selbst in den schwersten Pflegejahren konnten beide noch gemeinsam lachen.
Der Wendepunkt: Trennungswunsch und Schlaganfall 2004
Der wohl eindrücklichste Teil der Geschichte betrifft den Moment, der alles veränderte. Nach rund zwanzig gemeinsamen Ehejahren wollte sich Gabriele von Arnim von ihrem Mann trennen und teilte ihm dies mit. Am Tag danach erlitt Martin Schulze den ersten von zwei kurz aufeinanderfolgenden Schlaganfällen im Jahr 2004.
Die Folgen waren gravierend: Er verlor größtenteils die Fähigkeit zu gehen, zu lesen, zu schreiben und deutlich zu sprechen. Er musste sogar das Schlucken mühsam neu erlernen. Geistig blieb er jedoch bis zuletzt klar und bis zum Schluss am politischen Tagesgeschehen interessiert (Quelle: taz.de; chrismon.de).
Statt zu gehen, blieb Gabriele von Arnim an seiner Seite. Sie beschreibt das nicht als reines Pflichtgefühl: Der Wunsch, sich zu trennen, habe nicht bedeutet, dass sie aufgehört hatte, ihn zu mögen. Eine tiefe, langjährige Verbundenheit habe es ihr unmöglich gemacht, ihn in diesem Zustand allein zu lassen.
Fast zehn Jahre Pflege
Fast ein Jahrzehnt lang pflegte Gabriele von Arnim ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung, unterstützt durch professionelle Pflegekräfte – finanziell ein Privileg, das sie selbst so benennt. Sie beschreibt die Zeit als „bedrängend” und „angstgeplagt” (Quelle: chrismon.de).
Zugleich entstand in dieser Phase etwas Neues: mehr Mitgefühl, mehr Zärtlichkeit als zuvor. Von Arnim sagt, ohne Liebe könne man niemanden zehn Jahre lang pflegen (Quelle: chrismon.de).
Konflikte blieben nicht aus:
- Wenn sie um Hilfe bat, lehnte er das mitunter rundheraus ab („Ich brauche Hilfe” – „Ich nicht.”)
- Bestimmte Therapien oder Pflegekräfte akzeptierte er nicht
- Sie selbst wurde während der Pflegejahre krank, gab aber nicht auf.
Humor als Überlebensstrategie: In einem besonders eindringlichen Moment, den von Arnim im Leben-jetzt-Interview schildert, sagte Schulze einmal sinngemäß, er werde sich umbringen, sobald er könne – und lachte im nächsten Moment schallend. Diese Widersprüchlichkeit, dieses Springen zwischen Verzweiflung und Humor, habe die beiden immer wieder gerettet.
Den Begriff „Aufopferung” für ihr Handeln lehnt Gabriele von Arnim ausdrücklich ab. Sie habe geben wollen – sich aber nicht aufopfern wollen (Quelle: AK Vorarlberg, Bericht über die Salzburger Disputationes 2025).
Das Buch: „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand”
Einige Jahre nach Martin Schulzes Tod sichtete Gabriele von Arnim ihre Tagebuchaufzeichnungen aus den zehn Pflegejahren und verarbeitete sie zu dem viel beachteten Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand” (Rowohlt). Es gilt als ungewöhnlich ehrliches Zeugnis über Krankheit, Nähe, Erschöpfung und Liebe unter widrigen Bedingungen (Quelle: taz.de-Interview; Perlentaucher).
Eine berührende Randnotiz aus der Perlentaucher-Rezension des Hörbuchs: Martin Schulzes Lieblingsbuch, „Die Insel des zweiten Gesichts” von Albert Vigoleis Thelen, wurde mit ihm begraben.
Weitere Bücher von Gabriele von Arnim:
- „Der Trost der Schönheit” (Rowohlt)
- „Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht” (Kjona)
Leben nach dem Verlust
Nach Martin Schulzes Tod 2014 beschrieb Gabriele von Arnim eine überraschende erste Erfahrung – nicht die Trauer selbst, sondern die Frage, wie man ungeplante Zeit überhaupt noch füllt, nachdem der Alltag jahrelang minutiös von der Pflege bestimmt war. Im ersten Monat war stets jemand bei ihr; danach lernte sie langsam wieder, allein zu sein. Sie kehrte rasch in ihren Beruf zurück, da sie während der Pflegejahre nie ganz aufgehört hatte zu arbeiten.
Heute beschreibt sie ihr Leben als Wechsel zwischen leiser Verzagtheit und großer Lebensfreude. Wichtig sind ihr: andere Menschen, die Natur, Spaziergänge im Wald, das Schwimmen im See oder Meer, Literatur, Gespräche und ihre Enkelkinder.
FAQs zu Gabriele von Arnim erster Ehemann
Nach allen zugänglichen Quellen war Martin Schulze, der spätere ARD-Chefredakteur und TV-Moderator, ihr einziger dokumentierter Ehemann. Es gibt keine belegten Hinweise auf eine frühere Ehe.
30 Jahre – von der Hochzeit 1984 bis zu Martin Schulzes Tod im März 2014.
Nach rund zwanzig Ehejahren hatte sie das Gefühl, dass sich zwischen ihnen eine Distanz aufgebaut hatte, und teilte ihm ihren Trennungswunsch mit. Am folgenden Tag erlitt er seinen ersten Schlaganfall.
2004 erlitt er zwei Schlaganfälle in kurzer Folge. Er konnte danach nicht mehr laufen, kaum noch sprechen, nicht mehr lesen oder schreiben und musste das Schlucken neu erlernen – geistig blieb er dabei klar.
Fast zehn Jahre, bis zu seinem Tod 2014, in der gemeinsamen Wohnung, unterstützt durch professionelle Pflegekräfte.
In „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand” verarbeitet sie ihre zehnjährigen Tagebuchaufzeichnungen über die Pflege ihres Mannes – ein Buch über Nähe, Erschöpfung, Konflikt und Liebe.
Öffentlich zugängliche Quellen enthalten dazu keine Angaben.
Fazit
Die Antwort auf Gabriele von Arnim erster Ehemann lautet eindeutig: Martin Schulze, ARD-Chefredakteur und Fernsehmoderator, mit dem sie von 1984 bis zu seinem Tod 2014 verheiratet war – 30 Jahre lang. Eine frühere Ehe ist in keiner verfügbaren Quelle belegt. Die eigentliche Geschichte dahinter ist bemerkenswerter als die reine Datenlage: eine Beziehung, die kurz vor dem Ende stand, als ein schwerer Schlaganfall alles veränderte – und die durch fast zehn Jahre gemeinsamer Pflege, Konflikt und neu entdeckter Zärtlichkeit noch einmal eine tiefe, ehrliche Nähe fand. Festgehalten hat Gabriele von Arnim diese Zeit selbst in ihrem viel beachteten Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand”.
